Referent/in
Dipl.-Ing. (FH) Oliver Solcher
Zielgruppe
Techniker, Entscheider und Beratungspersonal mit bauphysikalischen Kenntnissen
Termin
Mittwoch, 18. Mär 2020  — 9:30 - 16:30 Uhr
Ort
Hannover, vdw Niedersachsen Bremen e. V.
Gebühren

290 EUR – Frühbucherpreis: 270 EUR (gilt für Anmeldungen bis einschließlich 19.02.2020)

Ziel und Inhalt

Luftdicht bauen ist mehr als die Dichtheit der Gebäudehülle prüfen. Auf wenn als Hauptforderung der EnEV von vielen Köpfen immer noch die Luftdurchlässigkeitsprüfung und Einhaltung von Dichtheitswerten angesehen wird, geht diese doch viel weiter: Es wird für alle neu zu errichtenden Gebäude eine dauerhaft luftundurchlässige wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen gefordert. Die Dichtheitsprüfung ist jedoch nach EnEV (GEG-Entwurf) gar nicht verpflichtend, sondern kann zur Verminderung der Lüftungswärmeverluste in der Energiebilanz genutzt werden.
Die KfW geht in Ihren Anforderungen weiter: Einerseits ist die Dichtheitsprüfung im Rahmen ihrer Effizienzhausprogramme ab dem Effizienzhaus 70 verpflichtend vorgeschrieben, auch wenn sie in der Bilanz nicht berücksichtigt werden soll, andererseits fordert sie auch für die Modernisierung von Gebäuden vom Sachverständigen eine Planung zur Gebäudeluftdichtheit (Luftdichtheitskonzept).
Der Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen hat in Zusammenarbeit mit der KfW einen Leitfaden zum Luftdichtheitskonzept entwickelt. Hier wird die Planung in Grobkonzept und Detailplanung unterteilt, eine Aufteilung, die sich mit der Vorgehensweise beim individuellen Sanierungsplan des BMWi deckt.
Zum luftdichten Bauen gehören jedoch nach der hierfür anzuwendenden DIN 4108-7 neben der sorgfältigen Planung auch die Ausschreibung, die Ausführung und die Koordinierung der angrenzenden Gewerke. Die Planung ist also nur der erste aber sehr wichtige Schritt eine schadensfreie Gebäudehülle sicherzustellen.
Bei der Baubegleitung werden dann ggf. bei der Ausführung verursachte Fehlstellen in der Luftdichtheitsebene festgestellt. In diesem Zusammenhang taucht immer wieder die Frage auf, wie mit derartigen Leckagen umzugehen ist und ob es eine einfache Bewertungsmöglichkeit dafür gibt. Hierzu liegt das aktuelle Forschungsvorhaben „Bewertung von Fehlstellen in Luftdichtheitsebenen - Handlungsempfehlung für Baupraktiker" vor, dass der FLiB e.V. zusammen mit dem AIBau und dem Fraunhofer Institut für Bauphysik mit Mitteln der Forschungsinitiative Zukunft Bau 2016 abgeschlossen hat.
Das Ergebnis der Prüfung der Luftdurchlässigkeit der Gebäudehülle ist das übliche Merkmal der Luftdichtheit von Gebäuden. Allerdings wird dieses Ergebnis unterschiedlich eingesetzt. Dient es für die öffentlich-rechtliche Sichtweise (EnEV, GEG) als Nachweis der Einhaltung von Grenzwerten, wird es bei der energetischen Berechnung nach DIN V 18599, der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 oder auch der für Lüftungskonzepte angewendeten DIN 1946-6 als Rechengröße verwendet. Deshalb sind bei der Prüfung nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Randbedingungen der Messung wichtig. Dem Prüfbericht der Dichtheitsprüfung kommt deshalb eine größere Bedeutung zu.


Kontakt

Inhalt: (05 11) 12 65-1 45 – Hiram Kahler
Organisation: (05 11) 12 65-1 23– Ilka Schünemann
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