Wohnungswirtschaft begrüßt Gesetzesinitiative der Grünen – warnt aber vor Zielkonflikten

Hannover. Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) begrüßt grundsätzlich die Initiative der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zur Energiewende im Gebäudebereich. Gleichzeitig warnt der Verband vor Zielkonflikten.

Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt sagt:

„Die Wohnungswirtschaft unterstützt die Grünen bei ihrer Forderung nach einem Landesförderprogramm Klimaschutz. Auch ein Pilotprojekt zur Nutzung der Solarthermie für Nahwärmenetze ist überfällig. Gleiches gilt für die Förderung kommunaler Wärmepläne. Die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen muss endlich umgesetzt werden, damit die seit Jahren engagierte und innovative Modernisierungsstrategie unserer Mitgliedsunternehmen auch künftig auf hohem Niveau fortgesetzt werden kann.

Fraktionsvorsitzende Piel hat richtigerweise festgestellt, dass die Klimaemissionen im Gebäudebereich von 1990 bis 2014 bereits um 43 Prozent gesenkt werden konnten. Da die Wohnungsgesellschaften und –genossenschaften im vdw auch in den vergangenen Jahren Tausende von Häusern und Wohnungen energetisch optimiert haben, dürfte die Quote mittlerweile noch höher liegen. Die vdw-Mitglieder werden auch in diesem Jahr rund 600 Millionen Euro in den Wohnungsbestand investieren – ein Großteil davon fließt in die Verbesserung der Energieeffizienz. Herausragendes Beispiel ist sicherlich das fast energieautarke Mehrfamilienhaus der Wohnungsgenossenschaft Spar + Bau in Wilhelmshaven."

Verbandsdirektorin Dr. Schmitt sieht jedoch auch Hindernisse beim eingebrachten Gesetzentwurf:

„Die angestrebte Wärmewende und der bis 2040 nahezu klimaneutrale Gebäudebereich werden ohne zusätzliche Kapazitäten in Bauindustrie und Handwerk nicht zu erreichen sein. Viele Investoren haben sich derzeit auch auf den Neubau verlegt, damit das mit dem Land vereinbarte Ziel, bis 2030 zusätzlich 40.000 neue bezahlbare Wohnungen zu bauen, erreicht werden kann. Das bindet natürlich auch das Bauhandwerk. Wir müssen aufpassen, hier nicht das eine Ziel gegen das andere auszuspielen. Verstärkter Neubau und umsichtige, sozialverträgliche und klimafreundliche Modernisierungen müssen gleichzeitig möglich sein."