Soziale Wohnungswirtschaft klagt über steigende Baukosten

Wilhelmshaven. Wer ein Miethaus bauen will, muss tief in die Tasche greifen. „Die Preise für Bauland, fürs Bauhandwerk und für die technische Gebäudeausstattung sind in den vergangenen Jahren förmlich explodiert", sagte Dr. Susanne Schmitt, Direktorin des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw), im Vorfeld des diesjährigen Verbandstages, der am Dienstag, 3. September in Wilhelmshaven beginnt. Lange Planungs- und Genehmigungszeiten sowie ein Dickicht aus Bauvorschriften und –normen tragen ebenfalls dazu bei, dass für einen Quadratmeter Wohnraum in den niedersächsischen Ballungsräumen und im Land Bremen nicht selten mehr als 4000 Euro investiert werden müssen – in Teilen liegen die Baukosten sogar noch mehrere hundert Euro über diesem Betrag.

„Die Wohnraumförderung der Länder muss auf hohem Niveau verstetigt werden, um den Preisanstieg auf Dauer abdämpfen zu können", betonte Dr. Schmitt. Sie forderte die Kommunen auf, ausreichend Bauland zu bevorraten und preisgünstig für sozial orientierte Wohnungsunternehmen zur Verfügung zu stellen. Außerdem sprach sie sich für eine Verschlankung der Bauvorschriften und eine verbesserte Regelung zur Erzeugung und Nutzung von Mieterstrom aus. Die Mietpreisbremse und Diskussionen um einen Mietendeckel lehnt die Wohnungswirtschaft ab: „Sie schaffen keine einzige zusätzliche bezahlbare Wohnung."

Zum Verbandstag erwartet der vdw rund 250 Gäste, darunter u.a. Bauminister Olaf Lies, der Bremer Staatsrat Ronny Meyer und Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Festredner ist der Soziologe und Publizist Harald Welzer.