„Anhebung um mindestens zehn Prozent erforderlich“

Hannover. Der Verband der Wohnungswirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) begrüßt die jüngsten Forderungen von Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee zur spürbaren Erhöhung des Wohngeldes. Verbandsdirektor Bernd Meyer forderte am Donnerstag in Hannover die Landesregierungen in Hannover und Bremen auf, die Vorschläge aus Berlin zu unterstützen:„Im Interesse der Mieter kann man nur hoffen, dass die Bundesländer die Pläne von Bundesminister Tiefensee nicht durchkreuzen. Die Anpassung des Wohngeldes ist letztlich auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Nach unserer Einschätzung ist eine Anhebung des Wohngeldes um mindestens zehn Prozent erforderlich. Wir fordern die Bundesregierung und Bundestagauf, die vorgeschlagenen Änderungen zügig umzusetzen.“


Die Anhebung des Wohngelds ist nach Auffassung des vdw längst überfällig. Die vorerst letzte und ohnehin äußerst knapp bemessene Anpassung liegt sieben Jahre zurück. Zwar sind die Kaltmieten in diesem Zeitraum lediglich um rund fünf Prozent gestiegen und lagen somit auch unter der allgemeinen Teuerungsrate. Dagegen sind insbesondere die warmen Nebenkosten, also die Ausgaben für Heizung und Warmwasser, um 40 Prozent in die Höhe geschossen.„Gerade Haushalte mit geringeren Einkommen, Rentner und Niedrigverdiener, können diese Preissteigerung ohne finanzielle Unterstützung nicht bewältigen“, betonte Meyer. Dies zeige auch der Anteil der Wohnkosten am Haushaltseinkommen. Bei Wohngeldempfängern lag diese Quote trotz des Wohngeldzuschusses im Jahr 2005 bei 31,6 Prozent. Die entsprechende Belastung aller Mieter in Deutschland machte dagegen nur 25,5 Prozent aus.


Das Wohngeld wird in Form eines Zuschusses zur Miete oder zu den Kosten fürs Eigenheim gezahlt. Anders als bei den Unterkunftshilfen für Hartz-IV-Empfänger werden keine Heizkosten erstattet, sondern nur Zuschüsse nach der Höhe der Kaltmiete und den Einkommensgrenzen berechnet. Insgesamt profitieren etwa 690 000 Haushalte davon. In Niedersachsen sind es rund 70.000,in Bremen etwa 7000. Pro Haushalt werden durchschnittlich 110 Euro Wohngeld pro im Monat gezahlt.