vdw-Mitglieder übernehmen Verantwortung für Landkreise, Städte und Gemeinden

Hannover/Bremen. Die vdw-Mitgliedsunternehmen haben im vergangenen Jahr mehr als 1,2 Milliarden Euro in Neubau und Bestandssanierung investiert. Dabei lag der Schwerpunkt entgegen der Planungsrechnungen weiterhin bei den Ausgaben für Modernisierung und Instandhaltung.

Die Neubautätigkeit der 170 Mitgliedsunternehmen im vdw Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen ist im vergangenen Geschäftsjahr hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Während sie nach ersten Planungen im Jahr 2018 insgesamt 725 Millionen Euro für den Bau neuer Wohnungen investieren wollten, wies die Abrechnung zum Jahresende lediglich ein Ausgabevolumen von 570 Millionen Euro aus. Im Gegenzug wurde für die Aufwertung der Bestände deutlich mehr ausgegeben als erwartet: knapp 640 statt der zunächst prognostizierten 565 Millionen Euro.

Zwar lagen sowohl die Neubau- als auch die Bestandsinvestitionen deutlich über den Werten von 2017, als 430 Millionen Euro für neue und 565 Millionen Euro für bestehende Wohnungen ausgegeben wurden. Und mit mehr als 1,2 Milliarden Euro haben die vdw-Mitglieder so viel investiert wie nie zuvor. Dennoch ist die Stimmung beim Neubau vergleichsweise gedämpft gewesen. Bundesweit hat sich in den ersten Monaten dieses Jahres der Trend fortgesetzt: die Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäusern sind gesunken, die für Einfamilienhäuser gestiegen.

Das hat viele Gründe: Hohe Baukosten lassen vielerorts keine Mieten zu, die sich auch Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen leisten könnten. Außerdem steht insgesamt zu wenig preisgünstiges Bauland für bezahlbare Wohnungen zur Verfügung. Deswegen müssen sich die kalkulierten Mietpreise im Neubau im zweistelligen Eurobereich bewegen, um eine kleine, aber auskömmliche Rendite zu sichern.

Zum fehlenden Bauland und zu den hohen Baukosten reihen sich weitere Faktoren, die das Neubaugeschäft eindämmen: lange Genehmigungsverfahren, zu viele sich teilweise widersprechende Bauvorschriften, keine attraktive Förderkulisse, eine zumindest skeptische Haltung vor Ort gegen Mietwohnungsprojekte Die politischen Diskussionen über Mietendeckel, Kappungsgrenzen und Enteignungen sowie ausgeschöpfte Kapazitäten im Bauhandwerk schlagen sich zusätzlich negativ auf das Neubaugeschäft nieder.

Doch es gibt auch Erfreuliches zu berichten: Die Sanierung der Bestände insbesondere im energetischen Bereich und bei der Schaffung von barrierefreiem Wohnraum für ältere Menschen wird stärker vorangetrieben als erwartet. Auch die neue Wohnraumförderung in Niedersachsen und in Bremen wird von den vdw-Mitgliedern gerne in Anspruch genommen. In Niedersachsen erlebt das geförderte Bauen mit dem Start der neuen, komplett überarbeiteten Richtlinie sogar eine kleine Renaissance.

Nicht nur auf Bundes- und Länderebene, sondern auch in den Kommunen genießt das Thema Wohnen zunehmend Priorität. Die Wohnungsgenossenschaften und –gesellschaften vor Ort sind dabei wichtige Partner für die Kommunen, denn sie sorgen seit Jahren mit ihren nachhaltig und sozial orientierten Geschäftsmodellen für bezahlbares und sicheres Wohnen in allen Regionen Niedersachsens und Bremens. Sie kennen die Strukturen, sie wissen um den Bedarf, sie kümmern sich um Menschen und Nachbarschaften. Die vdw-Mitglieder werden auch zukünftig Verantwortung für Landkreise, Städte und Gemeinden übernehmen. Ausdruck findet dieser Wille in den weiter steigenden Investitionen. Für das laufende Geschäftsjahr haben die Wohnungsunternehmen Gesamtausgaben in Höhe von 1,4 Milliarden Euro angekündigt (800 Millionen Euro im Neubau, 600 Millionen für den Bestand).