Dienstag, 10. Jan 2017

Hannover. Der Engpass am Wohnungsmarkt spitzt sich zu. Der Mietwohnungsneubau hat die hohen Erwartungen bisher nicht erfüllen können. Schlimmer noch: Die Lücke zwischen Bedarf und Angebot insbesondere bei bezahlbaren Wohnungen wird in den nächsten Jahren eklatant größer. „Die Zeit drängt", warnte vdw-Verbandsdirektor Heiner Pott beim Neujahrsempfang seines Verbandes in Hannover. Vor 240 Gästen forderte er die Landesregierungen auf, in der Wohnraumförderung vermehrt auf direkte Zuschüsse zu setzen.

In ihrem Grußwort hob die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz die positive Rolle der Wohnungswirtschaft bei der Verzahnung von Stadtentwicklung und Kriminalprävention hervor. „Sicherheit in der eigenen Nachbarschaft ist ein hohes Gut", sagte die Ministerin. Mit dem Engagement für das Qualitätssiegel sicheres Wohnen hätten die vdw-Mitgliedsunternehmen in großer Zahl gezeigt, dass sie bereit sind, dieser Erwartungshaltung ihrer Mieter Rechnung zu tragen.

Festredner war der renommierte Politikprofessor Werner Weidenfeld aus München. Gespickt mit Anekdoten aus zahlreichen Begegnungen mit Spitzenpolitikern zeichnete er die Entwicklung Europas in den vergangenen 70 Jahren nach. Krisen wie derzeit habe es immer mal wieder gegeben. Allerdings, so Weidenfelds Einschätzung, habe es wohl noch nie eine solche Verquickung von strukturellen und kulturellen Problemen gegeben, wie in diesen Jahren: „Wir erleben ein Zeitalter der Komplexität und der Konfusion." Dies mache die Lösungsfindung so problematisch.

Komplex waren auch die Themen beim Fachteil am Vormittag. Professor Markus Knüfermann von der EBZ Business School erklärte aktuelle Entwicklungen an den Finanzmärkten und die Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft. Professor Norbert Raschper erläuterte die Gründe und die Ausmaße der Baukostensteigerung. Und Professor Christoph van Treeck aus Aachen gab einen Einblick in die Zukunft integraler Planungs- und Bauprozesse, die künftig von digitalen Instrumenten unterstützt werden, die unter dem Begriff „Building Infomation Modeling" (kurz: BIM) zusammengefasst werden (mehr dazu auch im vdw magazin 5/2016 und 1/2017).


Mehr bauen – aber wie? - Baukostensenkungspotenziale
Prof. Dr. Norbert Raschper - Lehrstuhl technisches Immobilienmanagement am EBZ Bochum
BIM und Wohnungswirtschaft
Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Christoph van Treeck - Lehrstuhl für Energieeffizientes Bauen E3D RWTH Aachen University
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