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21. Januar 2010 — 200 Gäste beim vdw-Neujahrsempfang / Kritik an Bundesregierung
Wohnungsunternehmen halten Investitionen auf hohem Niveau
Hannover. Die 173 Mitgliedsunternehmen des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) planen in diesem Jahr Investitionen in Höhe von rund 530 Millionen Euro. Schwerpunkt bleibt die Modernisierung des Wohnungsbestandes. Dagegen werde sich die Neubautätigkeit bei Mehrfamilienhäusern trotz steigender Baugenehmigungszahlen insbesondere in Niedersachsen auf geringem Niveau stabilisieren, sagte vdw-Direktor Bernd Meyer vor 200 Gästen beim Neujahrsempfang seines Verbandes in Hannover.
Etwa 430 Millionen Euro wollen die Wohnungsgenossenschaften und
-gesellschaften 2010 für Modernisierung und Instandhaltung aufwenden. Dazu gehören die Nachrüstung von Balkonen, der Anbau von Aufzügen, der Umbau zu seniorengerechten Wohnungen und die Steigerung der Energieeffizienz. „Die Aufwertung des Bestandes hat absolute Priorität“, betonte Meyer.
Die Ergebnisse können sich bereits sehen lassen: Mehr als 60 Prozent des Wohnungsbestandes der vdw-Mitgliedsunternehmen sind bereits vollständig modernisiert bzw. weisen einen zeitgemäßen Standard auf. Für die Mieter bedeutet das: weniger Energieverbrauch und somit geringere Heizkosten. „Der mittlere Verbrauch bei den vdw-Wohnungen liegt rund 20 Prozent unter dem durchschnittlichen Energieverbrauch aller Haushalte in Deutschland“, sagte Meyer.
Der Verbandsdirektor kritisierte in diesem Zusammenhang scharf die Ankündigung der Bundesregierung, die Mittel zur Gebäudesanierung über die KfW-Bank in diesem Haushaltsjahr von bislang 2,2 auf nur noch 1,1 Milliarden Euro zu kürzen: „Das ist ein völlig falsches Signal. Wer Klimaschutz will, muss den Klimaschutz auf fördern.“
Der Neubau bleibt – wie schon in den Vorjahren – schwach. Zwar betreiben die vdw-Mitglieder aktuell in Wilhelmshaven, Göttingen und Nienburg Großbaustellen. Die Fertigstellungszahlen vom Beginn dieses Jahrtausends werden aber nicht erreicht. Meyer sagte dazu: „Die Wohnungsmärkte in Niedersachsen und Bremen sind weitgehend ausgeglichen. Bedarf gibt es allerdings fast flächendeckend bei qualitativ hochwertigen, innenstadtnahen Miet- und Eigentumswohnungen. Für diese Wohnungen sind die Leute auch bereit, Preise zu zahlen, die zum Teil deutlich über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Oft sind die Neubauprojekte schon komplett vermarktet, lange bevor die Wohnungen bezugsfertig sind.“