Presse und Medien — Pressemeldungen

29. Juni 2010 — Sehr bitter

Leserbrief zum dem Artikel in der HAZ „Ein Bündel von Problemen“, 24. Juni 2010 (abgedruckt am 29. Juni 2010)

Nach dem beschämenden Gewaltdelikt gegen die Tanzgruppe beim Stadteilfest im Sahlkamp stellt sich erneut die Frage: Wie fördert man intakte Nachbarschaften? Der Verweis auf das Förderprogramm „Die Soziale Stadt“ ist völlig richtig. Mit diesem Geld werden Bildung und Integration, Toleranz und Engagement auch im Sahlkamp gefördert. Die wichtigen Projekte des Quartiersmanagements können keine Wunder vollbringen, doch in ihrer Kontinuität tragen sie nachweislich zu einem besseren Miteinander in den Quartieren bei.

Diese Nachhaltigkeit setzt die Politik nun aufs Spiel. Das Land hat die Städtebauförderung – und mit ihr das Programm „Die Soziale Stadt“ – bereits halbiert. Der Bund dampft die Förderung seinerseits im nächsten Jahr um die Hälfte ein. So klingt es wie Hohn, wie sich die Niedersächsische Integrationsministerin Aygül Özkan zu den Steinwürfen und Schmähungen im Sahlkamp geäußert hat: „Wir werden nicht nachlassen, für ein Miteinander der Menschen zu werben und mit zahlreichen Programmen die interkulturelle und die interreligiöse Verständigung zu fördern.“ Rettung versprechen, aber aus dem Rettungsring die Luft ablassen – das ist dreist und nicht nur für den Sahlkamp sehr bitter.

Carsten Ens
Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen
 

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