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2. Juni 2010 — vdw und Klimaschutzagentur informieren über Kraftwärmekopplung

Kritik an Kürzung der Förderprogramme

Hannover. „Wer Klimaschutz fordert, muss Klimaschutz auch fördern. Stattdessen werden vom Bund die wichtigsten Programme gekürzt oder sogar eingestellt.“ Bernd Meyer, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachen Bremen (vdw), kritisierte zum Auftakt einer Fachtagung am Donnerstag in Laatzen, dass Hauseigentümer mit den Belastungen umweltgerechter Umbauten mittlerweile komplett alleine gelassen werden. „So können die ehrgeizigen Ziele zur Reduzierung von CO2-Emissionen im Gebäudebereich natürlich nicht erreicht werden“, bilanzierte Meyer.

Die Kritik des vdw richtet sich aktuell gegen den Stopp der Förderung zur privaten Heizungsmodernisierung. 115 Millionen, die eigentlich dafür vorgesehen waren, werden vom Bund nicht freigegeben. Schon zuvor hatte die Bundesregierung das CO2-Gebäudesanierungsprogramm gegenüber dem Vorjahr um 700 Millionen Euro auf nur noch 1,5 Milliarden Euro gekürzt. „Statt Kontinuität und Verlässlichkeit herrscht Planlosigkeit. Wer andererseits noch die Reglementierungen verschärft, muss sich nicht wundern, wenn Hauseigentümer verprellt werden und notwendige Investitionen unterbleiben“, betonte Verbandsdirektor Meyer.

Die vdw-Mitgliedsunternehmen investieren jährlich etwa 500 Millionen Euro in ihre Wohnungsbestände. Zentrale Aufgabenbereiche sind dabei Investitionen zur Reduzierung der Energiekosten sowie der Abbau von Barrieren in den Wohnungen, den Häusern und im Wohnumfeld. „Etwa zwei Drittel der rund 370.000 Wohnungen unserer Mitgliedsunternehmen sind energetisch so saniert und modernisiert, dass sie den Anforderungen unserer Kunden vollauf entsprechen“, betonte Meyer. Gravierender wirkten sich die gedrosselten Investitionsförderungen bei privaten Immobilienbesitzern aus. Ohne die nun vom Bund eingesammelten Marktanreizprogramme droht nach Ansicht Meyers ein massiver Rückgang privater Investitionen.

Zu der Tagung in den Räumen der Wohnungsbaugenossenschaft Laatzen hatten der vdw und die Klimaschutzagentur Region Hannover eingeladen. 75 Fachleute diskutierten an diesem Tag die Perspektiven von „Kraftwärmekopplung für die Wohnungswirtschaft“. Dabei ging es sowohl um technische Fragen als auch um Aspekte des Miet- und Vertragsrechts.


Deshalb sagte vdw-Chef Meyer in Richtung Gesetzgeber: „Energieeffizientes Wärmecontracting ist eine vorteilhafte Lösung für Mieter, Vermieter und Umwelt. Dennoch muss die Duldung innovativer energetischer Maßnahmen und Modernisierungen erst im Instanzenweg erstritten werden.“ Meyer sprach sich für eine gesetzliche Regelung aus, die für die vor 1989 geschlossenen Mietverträge ein rechtssicheres Contracting ermöglicht. Bei Wärmelieferungsverträgen dieser Art kann der Vermieter mit Hilfe eines Dienstleisters die Energieeffizienz seiner Bestände verbessern. Durch die modernisierten Heizungsanlagen werden die Mieter weniger durch zukünftige Energiepreissteigerungen belastet

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