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20. August 2009 — Kein Wohnungsmangel in Niedersachsen

Massiven Abriss wird es nicht geben

Hannover. Eine falsche Behauptung wird durch ständiges Wiederholen auch nicht richtiger! „Ein Wohnungsmangel in Niedersachsen und speziell in Hannover ist nicht absehbar“, betonte Bernd Meyer, Direktor des Verbandes der Wohnungswirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw), am Donnerstag in Hannover. Ein massiver Wohnungsneubau, wie ihn insbesondere Verbände der Bauwirtschaft mit Verweis auf eine Studie des Pestel-Instituts zur Entwicklung der Wohnungsmärkte immer wieder fordern, sei nicht erforderlich. An dieser Tatsache werde auch das „Wohnforum Niedersachsen“ nichts ändern, das heute im Leineschloss unter der irreführenden Überschrift „Wohnungsmangel in Niedersachsen – Was muss die Politik tun?“ diskutiert. 

Die Wohnungsgesellschaften und –genossenschaften im vdw werden den Neubau nicht vernachlässigen und in nachfragestarken Regionen wie im Speckgürtel von Hamburg sogar forcieren“, sagte Meyer, „doch die Dimension, die sich aus der Pestel-Studie ergibt, leitet Investoren in eine falsche Richtung.“ 130.000 neue Wohnungen in der Region Hannover bis zum Jahr 2025? „Absurd. Wer soll die bauen in Zeiten eines entspannten Wohnungsmarktes?“

„Wenn in der Studie der Eindruck erweckt werden soll, ein großer Teil der Wohnhäuser, die zwischen 1949 und 1957 gebaut worden sind, müssten abgerissen und ersetzt werden, geht dies völlig an der Realität vorbei“, betonte der vdw-Chef. Sicherlich werde es hier und dort aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus zu Abrissen kommen, um dann die freiwerdenden Grundstücke für Wohnungsneubau zu nutzen. „Doch allein in Hannover eine Größenordnung von fast 67.000 abzureißenden Wohnungen zu errechnen, ist vollkommen abwegig“, sagt Meyer. „Fragen Sie doch einmal die privaten Hauseigentümer, ob jemand ernsthaft plant, sein Mietshaus abzureißen, nur weil es nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Sie werden niemanden finden.“

Meyer weiter: „Unsere Städte sind in ihrem Kern längst gebaut. Die Zukunft der Städte liegt demnach in den Beständen. Nicht zuletzt in Hannover, aber auch in vielen anderen Teilen unseres Verbandsgebietes, haben die Wohnungsunternehmen bereits einen großen Teil ihrer Wohngebäude verantwortungsbewusst und nach zeitgemäßen Standards modernisiert. So sichern sie die Qualität in den Wohnquartieren.“

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